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Die Ressource Natur und der Biophilia-Effekt

 

Wirkt Psychotherapie im Wald besser als „auf der Couch“?

Sind Coaching-Einheiten am Meer effektiver als im Seminarraum?

Was passiert mit Menschen während Naturaufenthalten?

Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse darüber?

Ja, die gibt es!

Viele wissenschaftliche Studien, u.a. von Med.- Prof Qing Li der Nippon Med. School der medizinischen Universität Tokyo und Kjell Nilsson (siehe Literaturliste weiter unten), belegen, dass folgende Beschwerden durch den Aufenthalt in der Natur Linderung erfahren:

  • Angst- und Panikstörungenblüte_hans_01
  • Depressionen
  • Burnout und chronische Stressbelastung
  • Schlafstörungen
  • Anpassungsstörungen
  • Verwirrtheitszustände
  • Schmerzzustände
  • Beziehungs-, Sinn-und berufliche Krisen
  • Perspektivenlosigkeit

J. Barton und J. Pretty von der Essex Universität in England analysierten zehn Studien mit 1252 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts. Dabei stellten sie fest, dass kurze Zeit körperliche Aktivität in der Natur ausreicht, um die Stimmung und das Selbstwertgefühl eines Menschen zu verbessern. Neuronale Botenstoffe, die positiven Einfluss auf das Glücksempfinden ausüben, werden vermehrt ausgeschüttet. Bei Aufenthalten an Bächen und Seen verstärkt sich diese Wohlfühlwirkung und spezifische Gehirnbereiche werden synchronisiert. All das führt zu einem gesundheitsförderlichen Entspannungszustand der inneren Ruhe.

Weitere Untersuchungen belegen folgende Wirkungen von Aufenthalten im Wald:SONY DSC

  • Ein Tag im Wald führt dazu, dass sich die natürlichen Killerzellen (das sind umgangssprachlich ausgedrückt, bestimmte weiße Blutkörperchen, zu deren Aufgabe die Eliminierung schädlicher Viren und Bakterien gehört) um durchschnittl. 40 % vermehren und aktiver werden. Mind. 7 Tage lang bleibt die Anzahl erhöht.
  • Zwei Tage im Wald führen dazu, dass sich die natürlichen Killerzellen um durchschnittl. 50 % vermehren und aktiver werden. Für ca. 30 Tage bleibt die Anzahl erhöht.
  • Antikrebsproteine (Anti-Kanzerogene: Perforin, Granzyme und Granulysin) vermehren sich deutlich
  • Konzentrationen der Stresshormone Cortisol und Adrenalin nehmen signifikant ab
  • die Herzfrequenz wird ausgeglichener und konstanter
  • der Blutdruck sinkt
  • allg. Aktivierung des Parasympathikus (Regeneration körperlicher und geistiger Ressourcen

Wälder beeinflussen Menschen positiv und sinnlich durch Sehen, Riechen, Hören, Fühlen und ggf. Schmecken.

Die Professoren für Umweltpsychologie Rachel und Stephan Kaplan an der Universität von Michigan, USA, sowie Terry Hartig, Professor für angewandte Psychologie an der Uppsala Universität, Schweden weisen darauf hin, dass durch Naturerfahrungen

  • die Konzentrationsfähigkeit gefördert u.
  • die Aufmerksamkeit gesteigert bzw. wiedererlangt wird

Warum also Psychotherapie oder Coaching in der Natur?

Weil unzählige gesundheitsförderliche und -stabilisierende physische und psychische Prozesse in natürlicher Umgebung im Vergleich zu urbaner Umgebung wissenschaftlich vielfach nachweisbar effektiver ablaufen.

Jeder einzelne der oben aufgeführten positiven Effekte für sich, ist Grund genug, den Wald oder andere natürliche Orte aufzusuchen. Als Therapeut, sehe ich nicht nur genug Gründe dafür, sondern geradezu eine Verpflichtung meinen Klienten gegenüber, ihnen diese positiven Effekte und damit zusätzliches Heilungspotential zugute kommen zu lassen.

So können die ganz natürlich wirksamen gesundheitsförderlichen Einflüsse der Ressource Natur auf uns Menschen, der „Biophilia-Effekt„, in Verbindung mit erprobten Coaching-Methoden und psychotherapeutischen Verfahren zu einem erhöhten Entwicklungs- und Heilungspotential führen.

Ich biete meinen Klienten die Möglichkeit, sich mit mir an ausgesuchten natürlichen Orten zu treffen. Je nach persönlichen Vorlieben, vorherrschender Thematik und ggf. der Gruppengröße, mal am Meer, mal im Wald, am See, am Bach, Fluss oder auf der grünen Wiese. Jedes Gelände hat seinen eigenen Reiz und besonderen Charme.


Wie Sie eine weitere ursprüngliche Ressource für sich nutzen können erfahren Sie hier.

Die fünf entscheidenden Wirkprinzipien für erfolgreiche Psychotherapien nach Klaus Grawe finden Sie hier.


Quellen und Literatur zum Thema medizinische, psychologische und -soziale Auswirkungen von Natur auf Menschen:

Qing Li (Hrsg.), „Forest Medicine“ , Nova Biomedical Verlag, New York, 2013 (Eine Sammlung von Studien verschiedener Wissenschaftler zum Thema medizinische Wirkungen von Wäldern auf den Menschen.)

Kjell Nilsson u.a., „Forests, trees and human health“ , Springer Verlag, New York 2011

Barton, J., Hine, R. and Pretty, J.(2009) „The health benefits of walking in greenspaces of high natural and heritage value“, Journal of Integrative Environmental Sciences, 6: 4, 261 — 278

United States Department of Agriculture, Forest Service, Rocky Mountain Research Station, 2011 April 4-7, Missoula, MT, „Wilderness visitior experiences -Progress in research and Management“. (Dieses Werk beinhaltet eine Vielzahl von Untersuchungen verschiedener Wissenschaftler zum Thema Wildniserfahrung)

Rebecca Clay, „Green is good for you“, Monitor on Psychology 32, Washington, Nr.4, April 2001

Rachel Kaplan, Stephen Kaplan und Robert Ryan, „With People in mind – Design and Management of everyday nature“, Island Press, Washington DC, 1998

Clemens G. Arvay, „Der Biophilia Effekt, Heilung aus dem Wald“, Edition a, Wien, 2015 (eine umgangssprachliche Zusammenfassung vieler wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Heilwirkung von Natur plus weiteren Anregungen)

unteres Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

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